Die wichtigste Frage zuerst: der Netzanschluss
Nicht die Wallbox ist der Engpass, sondern der Anschluss dahinter. Zehn Ladepunkte à 11 kW ergeben rechnerisch 110 kW – mehr, als viele Betriebsanschlüsse nebenbei hergeben. Die Lösung heißt Lastmanagement: Es verteilt die verfügbare Leistung dynamisch auf die aktiven Ladepunkte und berücksichtigt dabei den übrigen Betriebsverbrauch. So laden zehn Fahrzeuge über den Arbeitstag verteilt problemlos – ohne teuren Netzausbau.
AC oder DC – was braucht Ihr Standort?
- AC-Laden (11–22 kW): der Standard für Mitarbeiter- und Dienstwagenparkplätze. Fahrzeuge stehen ohnehin Stunden – Schnelligkeit ist hier kein Wert an sich.
- DC-Laden (ab ca. 50 kW): sinnvoll für Fahrzeuge mit kurzen Standzeiten – Poolfahrzeuge zwischen Terminen, Logistik, Kundenparkplätze mit kurzer Verweildauer.
In den meisten Betrieben ist die richtige Antwort eine Mischung: viele AC-Punkte für die Fläche, wenige DC-Punkte für den Bedarf. Wichtig ist die Vorrüstung: Leerrohre, Kabeltrassen und ein erweiterbares Lastmanagement kosten im Neuprojekt wenig – nachträglich viel.
Ladeinfrastruktur plant man nicht für den Fuhrpark von heute, sondern für den von übermorgen – bezahlt wird trotzdem nur, was heute gebraucht wird.
Abrechnung: die unterschätzte Disziplin
Sobald mehr als eine Person lädt, braucht es eine saubere Abrechnung. Die typischen Fälle:
- Dienstwagen laden im Betrieb: Zuordnung per RFID-Karte oder App, Auswertung je Fahrzeug oder Kostenstelle.
- Mitarbeitende laden privat: geldwerter Vorteil bzw. vergünstigtes Laden – eichrechtskonforme Messung vorausgesetzt.
- Dienstwagen laden zu Hause: Heim-Wallbox mit Erstattung über den Arbeitgeber – auch das lässt sich systemseitig abbilden.
- Gäste und Kunden: optional öffentliches Laden mit Bezahlung – inklusive der dann geltenden regulatorischen Anforderungen.
Der Wirtschaftlichkeits-Turbo: PV-Strom im Ladepark
Die Kombination mit einer Gewerbe-PV-Anlage macht den Ladepark doppelt attraktiv: Fahrzeuge, die tagsüber auf dem Firmenparkplatz stehen, sind der perfekte Abnehmer für Solarstrom. Mit PV-geführtem Laden fließt der Überschuss zuerst in die Fahrzeuge – Ladestrom zu Gestehungskosten statt zu Netzpreisen. Ein Speicher kann zusätzlich Lastspitzen aus DC-Ladevorgängen abfedern.
Fazit
Gute Ladeinfrastruktur ist ein Skalierungsprojekt: klein starten, groß denken, sauber abrechnen. Wir planen Netzanschluss, Lastmanagement, Hardware und Abrechnung als ein System – und kombinieren es auf Wunsch direkt mit PV und Speicher. Einen Überblick gibt unsere Seite Gewerbe & Industrie.
Sprechen wir über Ihr Projekt.
Kostenlose Erstberatung – ehrlich, regional und ohne Verkaufsdruck.