Was „Überschussladen" bedeutet
Eine normale Wallbox lädt stur mit voller Leistung – egal, ob der Strom gerade vom Dach oder aus dem Netz kommt. Beim PV-Überschussladen misst das System dagegen laufend, wie viel Solarstrom nach Abzug des Hausverbrauchs übrig ist, und gibt genau diese Leistung an das Auto weiter. Zieht eine Wolke auf, regelt die Wallbox herunter; scheint die Sonne, regelt sie hoch. Das Auto wird so zum flexibelsten Verbraucher im Haus – und zum größten „Speicher" gleich dazu: Schon eine Mittelklasse-Batterie fasst das Fünf- bis Zehnfache eines Heimspeichers.
Die Technik dahinter
- Messung am Netzanschlusspunkt: Ein Energiezähler (oft im Energiemanagement integriert) erkennt Überschuss und Bezug in Echtzeit.
- Regelbare Wallbox: Die Ladeleistung muss sich stufenlos steuern lassen – Standard bei hochwertigen 11-kW-Wallboxen.
- Phasenumschaltung: Der Clou für die Übergangszeit: Dreiphasiges Laden beginnt technisch erst bei gut 4 kW Überschuss. Wallboxen mit automatischer 1-/3-Phasen-Umschaltung laden schon ab etwa 1,4 kW Überschuss – und nutzen damit auch schwächere Sonnenphasen.
- Lademodi: Gute Systeme bieten neben „nur Überschuss" auch Mischmodi („mindestens X km bis morgen früh, Rest aus Sonne") – wichtig für Tage, an denen das Auto voll sein muss.
Die beste Wallbox ist nicht die schnellste, sondern die, die mit Ihrer PV-Anlage spricht.
Was kostet die Sonnentankfüllung?
Eine Beispielrechnung zur Einordnung: Ein E-Auto verbraucht rund 15–20 kWh pro 100 km. Mit Solarstrom zu Gestehungskosten von etwa 8–12 Cent pro kWh kostet die Sonnendistanz damit grob 1,50–2,50 € pro 100 km – gegenüber etwa 5–8 € mit Haushaltsstrom und deutlich mehr mit Benzin. Bei 12.000 km Jahresfahrleistung und hohem Solaranteil summiert sich das schnell auf mehrere hundert Euro Ersparnis pro Jahr, nur beim Fahren.
Formalitäten, die dazugehören
Zwei Dinge gehören seriös erwähnt: Wallboxen sind beim Netzbetreiber anmeldepflichtig (bis 11 kW in der Regel nur Anmeldung, darüber zustimmungspflichtig). Und als steuerbare Verbrauchseinrichtung fällt eine Wallbox unter die Regelungen des § 14a EnWG: Der Netzbetreiber darf die Leistung in Ausnahmefällen zeitweise reduzieren – im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte. Im Alltag mit PV-Überschussladen merkt man davon praktisch nichts; in der Planung berücksichtigen sollte man es trotzdem.
Fazit
Überschussladen macht aus Wallbox und PV-Anlage ein Team, das sich schneller bezahlt macht als jede Komponente allein. Entscheidend sind die richtige Wallbox, ein Energiemanagement, das sie steuern kann – und eine Installation, die Anmeldung und § 14a gleich mit erledigt. Genau so bauen wir sie ein.
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